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Reisebericht: Mehrtagestour der Naturfreunde Plauen nach Würzburg 20.–24. September 2026

Fünf erlebnisreiche Tage, viel Geschichte, Wein und Natur – unsere Mehrtagestour nach Würzburg bot eine gelungene Mischung aus Kultur, Wandern und geselligem Beisammensein.

Am Sonntag reisten wir individuell zum Naturfreundehaus „Am kalten Brunnen“ an, wo uns die Würzburger Naturfreunde mit einem kleinen Imbiss herzlich empfingen. Nach dem ersten Kennenlernen ging es nach Gadheim, einem Ortsteil von Veitshöchheim. Dort befindet sich seit dem Brexit der geografische Mittelpunkt der Europäischen Union – ein eher unscheinbarer Ort mit durchaus europäischer Bedeutung. Wer hätte gedacht, dass sogar französische Vermesser dafür gesorgt haben!

Anschließend erkundeten wir Würzburg bei einer interessanten Stadtführung. Die Stadt wurde 1945 weitgehend zerstört, beeindruckt heute aber wieder mit ihren Kirchen, Klöstern, Weinbergen und historischen Bauwerken. Viele der ehemaligen Klosteranlagen wurden als Krankenhäuser oder Altenheime genutzt. Spannend war auch der Blick auf die Geschichte der Fürstbischöfe, die Würzburg über Jahrhunderte prägten. Gleichzeitig ist die Stadt mit rund 35.000 Studierenden ausgesprochen jung und lebendig.

Am Montag stand der Wein im Mittelpunkt. Gemeinsam mit einer Würzburger Naturfreundin wanderten wir auf dem „Stein-Wein-Pfad“ zum Weingut Reiss. Bei einer Führung erhielten wir interessante Einblicke in den Weinbau, bevor eine Weinprobe mit Brotzeit den Besuch abrundete. So mancher Wein wechselte anschließend den Besitzer – und wurde freundlicherweise direkt zu unserem Hotel gebracht. Gut gelaunt wanderten wir zurück.

Unser Hotel lag wunderschön am Main, mit Blick auf die Festung Marienberg und nur wenige Schritte von der Alten Mainbrücke entfernt. Dort treffen sich Einheimische und Gäste täglich zum geselligen Beisammensein bei einem Glas Frankenwein – eine Atmosphäre, die auch uns schnell gefiel.

Der Dienstag führte uns nach Veitshöchheim. In zwei Gruppen wanderten wir zum Schloss und durch den prachtvollen Rokoko- und Barockgarten. Zwei fachkundige Führungen vermittelten uns viel Wissenswertes über die Anlage, deren zahlreiche Skulpturen von der griechischen Mythologie erzählen. Das einst von den Fürstbischöfen als Jagd- und Freizeitresidenz genutzte Schloss beeindruckte mit Stofftapeten, Gobelins und kostbaren Möbeln vom Barock bis zum Empire. Zurück nach Würzburg ging es anschließend ganz entspannt mit dem Schiff auf dem Main.

Am Mittwoch hieß unser Ziel Festung Marienberg. Hoch über Würzburg gelegen, blickt sie auf eine bewegte Geschichte zurück. Bereits um 1000 v. Chr. nutzten die Kelten den Berg als Fliehburg. Später war er fränkischer Herzogssitz; nach dem Bau der Würzburger Residenz verlor die Festung ihre Bedeutung als Wohnsitz.

Danach teilten wir uns: Während eine Gruppe den Landesgartenschaupark besuchte, machte sich die andere auf eine rund 15 Kilometer lange Wanderung durch das idyllische Steinbachtal.

Am Donnerstag hieß es Abschied nehmen. Zum Abschluss besichtigten wir die Würzburger Residenz, eines der bedeutendsten Bauwerke des süddeutschen Barocks und heute UNESCO-Weltkulturerbe. Besonders die prachtvollen Deckengemälde und die aufwendig ausgestatteten Säle hinterließen einen bleibenden Eindruck.

Damit ging eine abwechslungsreiche und harmonische Reise zu Ende – voller Geschichte, schöner Landschaften, guter Gespräche und natürlich auch manch gutem Tropfen Frankenwein.

Unser herzlicher Dank gilt den Würzburger Naturfreunden für ihre kenntnisreiche, herzliche und liebevolle Betreuung während dieser Tage. Ebenso danken wir unserem Bernd für die sorgfältige Vorbereitung und die durchdachte Durchführung dieser rundum gelungenen Reise.

Ingrid Petzoldt
Plauen, 30. September 2026

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